Die Implementierung des mäeutischen Pflegekonzeptes erfolgte über Schulungen in Basiskursen, an denen alle Berufsgruppen der beiden Seniorenhäuser teilnahmen. An den Aufbaukursen nahmen Wohnbereichsleitungen, Seniorenpflegeleitung und Projektmitarbeiter teil. In den Aufbaukursen ging es vor allem darum, Multiplikatoren auszubilden, die das mäeutische Arbeiten vor Ort den Mitarbeitern vermittelten, so dass sich die „neue Pflegekultur“ etablieren konnte.
Der Einführungsprozess war nicht standardisiert, sondern wurde regelmäßig an die tatsächlichen Erfordernisse der Organisation angepasst. Die regelmäßige Begleitung der Mitarbeiter in ihrer Pflegepraxis durch Mäeutik-Dozenten und Projektmitarbeiter war sehr effektiv, weil durch ein direktes Feedbackgespräch die Herangehensweise und die Umsetzung des mäeutischen Konzeptes sehr gut vermittelt werden konnte. Das DCM-Verfahren wurde in basic-user Kursen an die Mitarbeiter vermittelt, die eine Leitungsfunktion hatten, um den Sinn und Zweck der Methode zu verstehen sowie an Mitarbeiter, die das Verfahren in der Praxis durchführten. Weitere Fortbildungen zu den Themen Basale Stimulation, Biografiearbeit, 10-Minuten-Aktivierung, Kommunikation mit dementen Menschen vervollständigten die Qualifizierung der Mitarbeiter. Die neu erlernten Methoden und Abläufe wurden in einem hausinternen Qualitätszirkel bearbeitet und in das Qualitätshandbuch aufgenommen, so dass verbindliche Aussagen über deren Handhabung allen Mitarbeitern zur Verfügung stehen und als Handlungsanweisung die Umsetzung der Konzepte in die Praxis unterstützt.
„Pflegephilosophie des Menschseins“
Hierbei handelt es sich um ein methodisches Konzept zur Kontaktanbahnung mit Demenzbetroffenen, das in Frankreich von Yves Ginest und Rosette Marescotti entwickelt worden ist. Hierbei geht es vor allem darum, dass Pflegende Gestik, Mimik und Sprache in der Weise einsetzen, dass sie insbesondere bei schwer kognitiv beeinträchtigten Menschen Vertrauen und Mitwirkung, zum Beispiel bei der Körperpflege, gewinnen. In der Literatur wird eine Reduktion von Verhaltensaufälligkeiten, Regression und Abwehrverhalten sowie die Vermeidung von Kontrakturen beschrieben.
Das Fortbildungsangebot im CIS-Programm 2012 ist die erste Möglichkeit im deutsch-sprachigen Raum die Methode zu erlernen.