Cellitinneninstitut

Inhalte

im Modellprojekt

Mäeutik  -  erlebensorientierte Pflege

Die Mäeutik wurde 1988 in den Niederlanden von Cora van der Kooij als erlebensorientiertes Pflegekonzept für Menschen mit Demenz entwickelt. Ziel der Mäeutik ist es, der vom Versinken bedrohten Persönlichkeit der Bewohner qualitativ mehr Aufmerksamkeit in Form von Nähe, Wärme und Geborgenheit zu bieten und somit den Bewohnern ein emotionales Gleichgewicht und ein positives Selbstbild zu ermöglichen.
Die Mäeutik soll dabei den Pflegenden klar machen, was sie innerlich und intuitiv bereits wissen, um dieses methodisch und bewusst in der Betreuung und Pflege der Bewohner umzusetzen.
In regelmäßig durchgeführten Bewohnerfallbesprechungen steht der einzelne Bewohner im Mittelpunkt.  Dabei werden alle Aspekte, wie die Mitarbeiter den Bewohner erleben, zusammengetragen und eine Charakteristik erstellt. Die Mitarbeiter lernen über den Austausch ihrer Erfahrungen neue Möglichkeiten kennen, Kontakt und Austausch mit dem Bewohner herzustellen.  Zudem wirkt sich in der Regel diese Art der Kommunikation positiv auf die Zusammenarbeit im Team aus, weil sehr darauf geachtet wird, das alle Mitarbeiter in das Gespräch integriert und die positiven Kontaktmomente in der Pflege- und Beziehungsarbeit gewürdigt werden.

Biografiearbeit

Die biografischen Daten bilden eine wichtige Basis für die Arbeit mit dementen Menschen. Sie bieten sowohl Erklärungsansätze für „merkwürdige“ Verhaltensweisen von Bewohnern, als auch Anknüpfungspunkte für eine individuelle Aktivierung der Bewohner. Biografische Informationen sind beispielsweise in der Anwendung der 10-Minuten-Aktivierung sehr wichtig, um gezielt Angebote mit den Erinnerungen und Erfahrungen des Bewohners zu verknüpfen.
Für die Erhebung einer Biografie wurden vorhandene Instrumente weiterentwickelt.
Ein Mitarbeiter erarbeitet, wenn möglich mit dem Bewohner selbst und seinen Angehörigen die Biografie. Diese Gespräche verlaufen in der Regel sehr intensiv und wecken Erinnerungen an wichtige Lebensereignisse des Bewohners. Insbesondere für die Angehörigen ist das Biografiegespräch oftmals eine Gelegenheit die Lebensgeschichte des Vaters/der Mutter zu reflektieren. Dabei war häufig zu beobachten,  dass der Angehörige ein besseres Verständnis für den demenzkranken Menschen und sein Verhalten entwickeln kann. Die Zusammenarbeit mit den Angehörigen und/oder den Betreuern der Bewohner wurde ein wichtiger Bestandteil innerhalb der Projektarbeit.

Dementia Care Mapping (DCM)

Das DCM-Verfahren ist eine in England entwickelte Methode, die ermittelt, wie zufrieden altersverwirrte Menschen sind. Sinn und Zweck des DCM ist es, die Betreuung und Pflege darauf auszurichten „personenzentriert“ das relative Wohlbefinden der an Demenz leidenden Menschen zu steigern und die Phasen des Unwohlbefindens zu verringern.
Die gezielte Beobachtung der Bewohner über einen Zeitraum von ca. sechs Stunden durch besonders geschulte Mitarbeiter ermöglichte es, bestimmte Verhaltensweisen zu kategorisieren und zu bewerten. Die Ergebnisse der Beobachtung werden dem Team in einem Feedbackgespräch vorgestellt. Das Mitarbeiterteam hat die Aufgabe aufgrund der Erkenntnisse einen Handlungsplan zu erarbeiten, mit dem Ziel das Wohlbefinden der Bewohner zu verbessern. Der Handlungsplan kann sehr verschiedene Ebenen betreffen, z.B. die Gestaltung des Umfeldes, die Ablaufstrukturen, die Dienstplanung, die Angebote zur Aktivierung u. a. m. Somit ist das DCM-Verfahren als ein Instrument zur Qualitätssicherung einsetzbar, welches dazu dient die bisherige Pflegekultur zu hinterfragen, das Verständnis für demenzkranke Menschen aus Sicht der Betroffenen zu entwickeln und schließlich praktische Schritte zur Verbesserung der Betreuungssituation zu vereinbaren.
 

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Krankenhaus St. Josef